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am 1. Juni

Hühnermastbetriebe unerwünscht

- Derzeit sind im Bezirk zwei Hühnermastbetriebe in Planung, einer in Taufkirchen mit 39.000 und einer in Rainbach mit 20.000 Hühnern. Wir, die Grünen des Bezirkes Schärding, möchten Sie darüber informieren, warum wir gegen diese Betriebe sind.

Derzeit sind im Bezirk zwei Hühnermastbetriebe in Planung, einer in Taufkirchen mit 39.000 und einer in Rainbach mit 20.000 Hühnern. Wir, die Grünen des Bezirkes Schärding, möchten Sie darüber informieren, warum wir gegen diese Betriebe sind.

Besatzdichte:

In Österreich sind in der konventionellen Hühnermast 30 kg Huhn pro m2 erlaubt. Das sind 18 Hühner mit einem Lebendgewicht von 1,6 kg. Das ist zwar besser als im Rest der EU (33 kg, Ausnahmeregelungen bis 42 kg), aber es reicht nicht, um den Tieren ein erträgliches und artgerechtes Leben zu ermöglichen.

In Biobetrieben ist die Besatzdichte um ein Drittel geringer, zusätzlich hat jedes Tier 4 m2 Auslauf. Pro Stall darf es maximal 4.800 Hühner geben.

Fütterung:

Die österreichischen Hühnermastbetriebe verzichten zwar auf die Fütterung von importiertem gentechnisch verändertem Soja. Dennoch werden die Hühner so intensiv gemästet, dass sie bereits mit ca. 5 Wochen schlachtreif sind. Auch die Zuchtrasse ist so ausgewählt, dass die Hühner möglichst schnell und viel Fleisch ansetzen. Das führt dazu, dass sie sich am Ende der Aufzucht kaum noch bewegen können. Ob das Fleisch solcher Hühner gesund ist, muss man in Frage stellen.

Im Biobetrieb wird eine langsamer wachsende Zuchtrasse verwendet. Die Hühner erhalten nur biologisches Futter. Deshalb sind sie erst mit 8-10 Wochen schlachtreif.

Gülle:

Leider konnten wir nicht in Erfahrung bringen, wo die Gülle in Taufkirchen und Rainbach konkret ausgebracht wird. Deshalb können wir auch keine Auskunft über eventuelle Geruchsbelästigung und Gefährdung von Brunnenwasser geben.

Wir werden jedenfalls ein sehr genaues Auge darauf haben, falls diese Ställe gebaut werden. Mit der Gülleaustragung verbindet sich jedoch ein anderes großes Problem, nämlich die Antibiotikaresistenz.

Antibiotikaresistenz:

Bereits jetzt sprechen bei vielen Krankheiten Antibiotika nicht mehr an. Seit langem warnen Ärzte davor, dass in Zukunft auch einfache Krankheiten nicht mehr behandelbar sein werden. In Deutschland werden die dadurch verursachten Todesfälle auf 10.000 bis 15.000 pro Jahr geschätzt. Die Gründe dafür liegen in einem übermäßigen Einsatz von Antibiotika in der Vergangenheit.

Daran ist nicht die Massentierhaltung alleine schuld, aber sie verschärft das Problem deutlich. Antibiotika dürfen zwar nicht mehr vorbeugend eingesetzt werden, aufgrund der hohen Besatzdichte müssen bei Krankheiten aber sämtliche Tiere eines Stalls behandelt werden. Im Durchschnitt ist ca. jedes vierte Huhn mit Antibiotika behandelt. Viele Keime sind jedoch inzwischen „multiresistent“. Diese werden mit der Gülleaustragung ausgebracht und sind inzwischen überall im Boden und auch im Wasser nachweisbar.

Auch in der Biohühnermast dürfen Antibiotika eingesetzt werden, jedoch in einem wesentlich geringeren Ausmaß, pro Aufzucht nämlich nur einmal.

 

Regionales Bio-Hühnerfleisch:

Leider gibt es in unserer Region kaum Anbieter. Wir wünschen uns, dass mutige, kreative Bauern den Schritt wagen, in den regionalen Bio‑Hühnerfleischmarkt einzusteigen. Die wichtige Nahversorgung würde gestärkt, und der Konsument könnte nachvollziehen, woher das Fleisch kommt.

Außerdem würde das die Bauern unabhängiger von Banken, Futtermittelproduzenten und Großabnehmern machen. Das Risiko eines Einstiegs in die konventionelle Hühnermast wird unserer Meinung nach unterschätzt. Wir kritisieren, dass die Errichtung konventioneller Tiermastbetriebe gefördert wird.

Fleisch von glücklichen Hühnern gibt es nicht zum Billigstpreis!!

Dass muss auch uns Konsumenten klar sein. Seit 1970 hat sich der Hühnerfleischkonsum vervierfacht. In Österreich werden pro Jahr 80 Millionen Hühner geschlachtet, nur 3,5 Millionen davon sind Biohühner. Diesen Anteil von lediglich 4,4 % zu steigern, liegt in unserer Hand! Die Aufzucht erfordert zwar mehr Arbeitsaufwand, mehr Futter und verursacht höhere Kosten. Aber wenn wir Konsumenten nur auf den Preis schauen, dann fördern wir damit die konventionelle Massentierhaltung und Tierleid.

Warum nicht unseren Fleischkonsum verringern und uns stattdessen das teurere, aber qualitativ bessere Fleisch leisten? Der Konsument hat das Problem der immer größer werdenden Ställe nicht verursacht, aber durch sein Kaufverhalten kann jeder zu einer Änderung beitragen!

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